Letzte Haltestelle Alsenplatz

Heute erhielt ich um 8:11 Uhr einen Anruf vom Alsenplatz. Ole war nicht nur eine Station an seiner Schule vorbeigefahren, sondern von der Löwenstrasse bis Altona durchgerauscht. Wie man über einen Zeitraum von circa 20 Minuten komplett abdriften und sich in seiner Gedankenwelt völlig verlieren kann ist mir ein Rätsel. Ich schaffe es gerade mal 10.

Wie schwer ist es für einen 11 jährigen in so einer Situation die Ruhe zu bewahren, auf einer vielbefahrenen Strasse die Strassenseite zu wechseln und die nächste Bushaltestelle zurück zu finden. Für Ole war es eine Herausforderung. Bei seinem ersten Anruf war er der Panik ziemlich nahe, bei seinem zweiten Anruf, 15 Minuten später, leicht konsterniert (Ich stand an der Haltestelle und der Bus ist einfach vorbeigefahren) und bei seinem dritten Anruf hörbar erleichtert. Im O-Ton: „Ich habe endlich einen Busfahrer gefunden, der meinem jämmerlichen Ausflug ein Ende bereitet hat!“ Und als ich ihm sagte, dass er ganz toll die Ruhe bewahrt hat, meinte er wohlmeinend: „Du hast es auch ganz toll gemacht! Jetzt müssen wir aber auflegen. Wir können hier nicht ewig telefonieren, Mama.“

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