Nicos Film

Friedrich hat ein Problem. Sein alter Freund aus London hat ihm mal wieder über WhatsApp geschrieben. Er möchte wissen, wie es ihm geht. Seit dreieinhalb Jahren sind wir jetzt wieder zurück von der Insel und der Kontakt zwischen den beiden ist nie ganz abgebrochen. Und trotzdem hat Friedrich Nico nie von Friedreich Ataxie erzählt.

Er wollte nicht mit der Tür ins Haus fallen. Er möchte keine Umstände machen. Er hatte keine Lust sich zu erklären. Jetzt spürt er, dass der Zeitpunkt gekommen ist, die Katze aus dem Sack zu lassen. Er hat Angst davor. Wie soll man so ein Gespräch beginnen. Ach weißt Du, ich sitze mittlerweile im Rolli. Und Du so??

Wir überlegen gemeinsam. Wir entscheiden uns ein Video zu drehen. Ich filme Friedrich. 6 Minuten erzählt er, was in den letzten zweieinhalb Jahren passiert ist und warum es so schwer für ihn war mit seinem Freund darüber zu sprechen. Ganz ruhig erzählt er das alles.

Im Hintergrund ziehe ich die Nase hoch und als er mir eine Frage stellt, hört man, wie brüchig meine Stimme ist.

Noch heute Morgen, zwischen aufstehen und Frühstück habe ich ihm und mir weiß machen wollen, dass ich nicht verstehe, worum es geht. Da lag er im Wohnzimmer auf dem Teppich und haderte mit seinem Schicksal und ich hatte keine Lust ihn und seine Sorgen aufzuheben. Zum Glück habe ich es doch irgendwann getan.

Und dann hat mich das alles umgehauen. Seine Angst vor Ablehnung. Seine Angst nicht mehr Ganz zu sein. Die Angst nicht gemocht zu werden, so wie man ist. Das Eingeständnis anders zu sein.

Friedrich, ich weiß, dass Du manchmal diesen Blog liest: Du bist gut und richtig, genauso wie Du bist!

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