Über das Glück

Warum sehen manche Menschen nur Probleme und andere können das Leben sehr viel leichter nehmen? Warum bricht für einige eine Welt zusammen, wenn das Kind eine schlechte Sportnote bekommt oder es nicht aufs Gymnasium schafft und andere müssen Krankheit oder Tod eines geliebten Menschen hinnehmen und schaffen es trotzdem irgendwann wieder glücklich zu sein.

Sheryl Sandberg hat über dieses Thema ein ganzes Buch mit dem Titel Option B geschrieben und den Begriff Resilienz tiefer in unserer Gesellschaft verankert. Der Begriff kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie psychische Widerstandskraft. Gemeint ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und diese durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen zu nutzen sich selbst weiter zu entwickeln.

Warum ich mich so viel mit dem Thema beschäftige?
Weil manche Menschen mir in den letzten Jahren prophezeit haben, dass so viel Unglück nicht auszuhalten sei, dass ich daran zerbrechen werde.
Weil ich manchmal selbst vor meinem Leben stehe und denke: Sorry, mehr schlechte Nachrichten gehen da wirklich nicht rein. Weil mir Menschen die mir nicht nahestehen, manchmal von ihren Sorgen berichten und ich so gerne mit ihnen tauschen würde, aber in ihren Augen sind es die größten Sorgen der Welt.
Und weil Menschen, die mir nahestehen, sich oft nicht trauen von ihren Sorgen zu erzählen, weil sie denken, dass ich schon genug mit mir herumschleppe. Hinterher erfahre ich dann, dass es Krebs-Verdachte und Totaloperationen und Ehekrisen gab und das macht mich dann immer völlig fertig.

Ein weiser Mensch hat einmal gesagt: Es gibt keine kleinen Sorgen. Es gibt keine großen Sorgen. Sorgen sind immer so schlimm, wie sie sich nun einmal für die Betroffenen anfühlen.

Ich musste viel nachdenken über diesen Satz.

Na klar, geht es einem in unserer Situation auf den Senkel, wenn ein YouTube Star über den enormen Druck in der Beauty Branche jammert immer gut aussehen zu müssen und Tausende von Euro in Schönheitsoperationen investiert und immer noch unglücklich ist über das eigene Äußere. Auf der anderen Seite können wir glücklich darüber sein, dass unser Äußeres in unseren Berufen kaum eine Rolle spielt und wir uns mit anderen Dingen beschäftigen dürfen. Oder darüber, dass unsere Eltern uns genügend Ressourcen (Liebe, Selbstvertrauen, Bildung) mit auf den Weg gegeben haben, sodass wir gar nicht auf aufgespritzte Lippen angewiesen sind, um mit uns selbst in Einklang zu sein.

Trotzdem macht es mich immer etwas ratlos, wenn Menschen mit Dingen hadern, die ich so gar nicht nachvollziehen kann. Oder wenn Menschen sich dauernd um Dinge sorgen, die eventuell eintreten könnten.

Da hätte ich gar keine Energie für. Genau so wenig, wie Millionen aus dem Land geflüchtete Venezolaner sich nicht darüber aufregen würden, dass der neue kolumbianische Nachbar die Hecke nicht ordentlich schneidet.

Echte Sorgen helfen uns im hier und jetzt zu sein und das zu sehen was wir haben. Manchmal bin ich fast schockiert, wie glücklich wir vier miteinander sind.

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